Gartenreich Dessau-Wörlitz

Die im Jahr 2000 mit dem Welterbe-Status der UNESCO ausgezeichneten Schlösser, Parkanlagen und Kleinarchitekturen des Gartenreiches Dessau-Wörlitz bilden eine unvergleichliche Kulturlandschaft zwischen Elbe und Mulde. Wie in einer Zeitkapsel sind Kultur und Geschichte der Aufklärung noch heute erlebbar. Sechs Schlösser, sieben historische Park- und Gartenanlagen sowie über einhundert Kleinarchitekturen warten auf Ihren Besuch!

Das Gartenreich Dessau-Wörlitz entstand in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts und erstreckt sich heute auf einer Fläche von 142 Quadratkilometern. Es ist die Geburtsstätte des Landschaftsgartens, des Klassizismus und der Neugotik in Deutschland. Einzigartig ist die gelungene Verbindung von Kunst, Kultur und Natur. Harmonisch fügen sich die Bauwerke aus dem 17. und 18. Jahrhundert in die natürliche Landschaft ein, so dass sie dem gesamten Landstrich den Charakter eines Parks von unendlicher Weite verleihen.

Initiator des Gartenreiches war Leopold III. Friedrich Franz Fürst von Anhalt-Dessau (1740–1817), der fast das gesamte Territorium seines Fürstentums durch ein umfassendes Programm einer „Landesverschönerung" aufwertete. Als absolutistisch regierender Monarch förderte er Ideen der Aufklärung, modernisierte nicht nur Landwirtschaft und Bildungswesen, sondern führte in fast allen Lebensbereichen tiefgreifende Reformen durch. Mit Unterstützung seines Freundes und Architekten Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff (1736-1800) begann er ab 1764 mit einer gezielten Landschaftsgestaltung nach englischem Vorbild, in die die älteren, bereits bestehenden Anlagen einbezogen wurden. Noch heute ist daher die für das Gartenreich charakteristische Vielfalt der Stilepochen Kulturgeschichte vom Barock, Rokoko, Klassizismus bis hin zur Bauhausarchitektur auf engstem Raum erlebbar.

Ausgangs- und Höhepunkt der Landschaftsgestaltung wurde Wörlitz. Hier ließ der Fürst unter Einbeziehung der natürlichen Auenlandschaft einzelne Gärten im neuen Stil anlegen, die mit Bauwerken, Skulpturen und gepflanzten „Stimmungsbildern" verschönert wurden. Sie sind über ein gewundenes Wegesystem und mit Sichtachsen optisch untereinander verbunden und gehen unmerklich in die waldreiche Landschaft über. Das Nützliche mit dem Angenehmen zu verbinden war dabei das Grundprinzip. So werden bis heute große Flächen in den Gärten landwirtschaftlich genutzt. Als Gründungsbau des Klassizismus in Deutschland gilt das 1773 eingeweihte Schloss Wörlitz, das nach dem Vorbild englischer Landhäuser entstanden war und in dem noch heute das originale Interieur aus dem 18. Jahrhundert bewundert werden kann. Ein besonders spektakuläres Denkmal in den Wörlitzer Anlagen ist die ab 1788 errichtete Insel „Stein" mit dem in Europa einzigen künstlichen, von Zeit zu Zeit sogar aktiven Vulkan. Mit ihren Grotten und Gängen, ihrem antiken Theater und der Villa Hamilton stellt die Insel die gebauten Erinnerungen des Fürsten Franz an seine Italienreise dar.

Neben dem Schloss Wörlitz und den Wörlitzer Anlagen lohnen auch die anderen Schlösser und Parks einen Besuch. So birgt das Gotische Haus in Wörlitz eine kostbare Sammlung mit Glasgemälden vom 15. bis 17. Jahrhundert, die kunstvoll in die Fensterscheiben des Gebäudes integriert wurden. Das liebevoll als das „kleine Sanssouci" bezeichnete Rokoko-Schloss Mosigkau glänzt mit seiner überaus erlesenen Sammlung flämischer und holländischer Meister. Schloss, Park und Stadt Oranienbaum ist eine auf geometrischem Grundriss errichtete Barockanlage und ein in Deutschland seltenes Beispiel für ein weitgehend niederländisch geprägtes Ensemble. Das klassizistische Schloss Luisium in Dessau gilt als ein weiteres Meisterwerk Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorffs.

 

Kulturstiftung DessauWörlitz

Schloss Großkühnau
D - 06846 Dessau-Roßlau

Telefon: 0340 64615-0
E-Mail: ksdw@ksdw.de
Internet: www.gartenreich.com

Ihr Browser wird zur Darstellung von Google Maps nicht mehr unterstützt.