Schlösser, Gärten und Parks der Klassik Stiftung Weimar

Die Schlösser, Gärten und Parks der Klassik Stiftung Weimar sind eingetragene Kulturdenkmale aus unterschiedlichen Epochen. Den Kernbereich bildet das UNESCO-Welterbe »Klassisches Weimar«. Mehr als 700.000 Menschen besuchen jährlich die Häuser, Gärten und Parks der Klassik Stiftung.

In den Schlössern und historischen Häusern der Klassik Stiftung Weimar als Hülle für Museums-, Archiv- und Bibliotheksbestände ebenso wie in ihren Gärten und Parks spiegelt sich die Vielseitigkeit der Weimarer Kulturgeschichte. Der Kernbereich des Ensembles ist als Teil des »Klassischen Weimars« in der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgeführt.

Die heutige Gestalt des Weimarer Stadtschlosses, der Residenz der Herzöge von Sachsen-Weimar und Eisenach, hat sich in über fünfhundertjähriger Bauzeit entwickelt. Die Anlage ging aus einer mittelalterlichen Wasserburg hervor und wurde Ende des 10. Jahrhunderts erstmals urkundlich erwähnt.

Im Süden von Weimar erhebt sich auf einer Anhöhe das Schloss Belvedere, umgeben von einem 43 Hektar großen Park. Herzog Ernst August von Sachsen-Weimar und Eisenach ließ hier zwischen 1724 und 1748 eine barocke Sommerresidenz einschließlich einer Orangerie sowie eines Lust- und Irrgartens errichten.

Der 48 Hektar große Park an der Ilm am Rande der Weimarer Altstadt ist Teil eines kilometerlangen Grünzugs entlang der Ilm. Er entstand in der Zeit von 1778 bis 1828 und weist sowohl empfindsame als auch klassische und nachklassisch-romantische Züge auf.

Am Westhang des Parks an der Ilm entstand von 1791 bis 1797 unter der Leitung Goethes das Römische Haus als Refugium für Herzog Carl August von Sachsen-Weimar und Eisenach. Das durch die Villenbauten in der Umgebung Roms inspirierte Gebäude gilt als klassizistisches »Musterhaus« der architekturtheoretischen Überlegungen Goethes vor dem Hintergrund seiner Italienreise.

Die Schlossanlage von Ettersburg liegt am Waldrand auf der Nordseite des Großen Ettersberges. Seit dem 17. Jahrhundert diente das Waldgebiet den Weimarer Herzögen zur Jagd. Anfang des 18. Jahrhunderts begann Herzog Wilhelm Ernst mit dem Bau des Schlosses, das durch seinen Neffen Ernst August vollendet wurde.

Der ehemalige Landsitz der Familie von Stein Schloss Kochberg erlangte Berühmtheit durch Goethes Liebe zu Charlotte von Stein und dessen häufige Besuche zwischen 1775 und 1788. Das Rittergut ist fast vollständig erhalten mit Schloss, Park, Gärtnerei, Patronatskirche, Hofgebäuden und dem frei stehenden Liebhabertheater.

Das Gut Oßmannstedt hingegen ist eng mit dem Namen Christoph Martin Wieland (1733-1813) verbunden. 1797 erwarb der Dichter das barocke Gebäudeensemble mit Gutspark und lebte dort sechs Jahre mit seiner Familie. Seinem Wunsch gemäß fand Wieland 1813 seine letzte Ruhestätte an der Seite seiner Frau und Sophie Brentanos im Oßmannstedter Gutspark.

Das 1765 als Pächterhaus errichtete Schloss Tiefurt diente ab 1776 als Wohnsitz von Prinz Friedrich Ferdinand Constantin, dem jüngeren Bruder des regierenden Herzogs Carl August von Sachsen-Weimar und Eisenach. Nach dem Ausbau zum Landschlösschen legte er einen englischen Landschaftspark an. Der Schlosspark Tiefurt erstreckt sich auf einer Fläche von 21 Hektar zu beiden Seiten der Ilm. Sanft abfallende Wiesen mit schönen Baumgruppen erstrecken sich bis zum Flussufer.

Im Zentrum Weimars liegt am Theaterplatz das Wittumspalais. Langjährige Bewohnerin des barocken Stadtpalais war die Herzogin Anna Amalia von Sachsen-Weimar und Eisenach, eine der wenigen weiblichen Regentinnen im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Sie erwarb das Palais 1774.

Das Kassengewölbe war die erste Begräbnisstätte Friedrich Schillers. Die unterirdische Gruft und der pavillonartige Aufbau wurden um 1715 von dem Landrentmeister Christoph Jenichen auf dem Jakobskirchhof in Weimar als Erbbegräbnisstätte errichtet. 1742 ging sie in den Besitz des staatlichen Landschaftskassendirektoriums über. Die Behörde stellte die Gruft hohen Standespersonen zur Verfügung, die keine eigene Begräbnisstätte besaßen.

Zwischen 1823 und 1828 wurde im Auftrag von Großherzog Carl August auf dem 1818 eingeweihten Historischen Friedhof die Fürstengruft errichtet. Seit 1832 stehen die Sarkophage der beiden größten Dichterpersönlichkeiten der Weimarer Klassik, Johann Wolfgang Goethes und Friedrich Schillers, neben den Särgen von Mitgliedern des Hauses Sachsen-Weimar und Eisenach im Gruftgewölbe. Dies hatte zur Folge, dass sich das Mausoleum bereits seit der Mitte des 19. Jahrhunderts zu einem frühen Verehrungsort für die Dichter entwickelte.

 
Ihr Browser wird zur Darstellung von Google Maps nicht mehr unterstützt.